Am 25. März 2009 fand im Berufsbildungswerk Leipzig für Hör- und Sprachgeschädigte eine Fachtagung zum Thema Berufswegplanung für Integrationsschüler mit Hör- und Sprachschädigung mit 55 Teilnehmern, darunter Beratungslehrer in Hörgeschädigten- und Sprachheilschulen, mobile Dienste, Integrationsberater und Regelschullehrer, statt.

Die Beratung von hör- und sprachgeschädigten Integrationsschülern geschieht unterschiedlich. Mobile Dienste, Beratungslehrer aus Hörgeschädigten- oder Sprachheilschulen begleiten und betreuen die Regelschulen – auch bei der Berufswegplanung. Welche Möglichkeiten der Förderung und der Begleitung den Integrationsschülern im Übergang von Schule in den Beruf offen stehen, wurde in der Fachtagung vorgestellt. Im Mittelpunkt standen dabei vor allem die Unterstützungsmöglichkeiten bei der individuellen Berufswegplanung und die begleiteten betrieblichen Ausbildungsmöglichkeiten, die die in der Schule begonnene Integration fortsetzen können.

Referentin und Reha-Beraterin der Agentur für Arbeit Leipzig Michaela Schneider unterstrich, dass Integrationsschüler bei der Berufsberatung in der Agentur für Arbeit auf ihre Behinderung hinweisen sollen, um somit Kontakt zum Reha-Berater zu bekommen. Beim Reha-Berater wird dann der individuelle Förderbedarf festgestellt, die Integrationsschüler und Eltern werden über Ihre Rechte und vielfältigen Möglichkeiten der Förderung informiert, und es kann ein Antrag auf „Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben“ gestellt werden. Integration um jeden Preis? Da waren sich alle Referenten und Tagungsteilnehmer einig. Oft beginnen die Probleme bei Integrationsschülern erst in der Pubertät. Die Berufswegplanung ist bei den vielfältigen durchlässigen Möglichkeiten daher sehr individuell. Einmal Integration heißt nicht unbedingt immer Integration. Und einmal Rehabilitationsmaßnahme heißt ebenso wenig immer Rehabilitationsmaßnahme. „Bei jedem soll versucht werden ihm das zu geben, was er individuell wirklich braucht“, so Michaela Schneider.

Das Berufsbildungswerk Leipzig begleitet Jugendliche auch außerhalb des BBW bei ihrer Ausbildung (wohnortnahe berufliche Rehabilitation). Sie sind in Unternehmen und Betrieben in ihrer Region voll integriert. Unterstützt wird nur je nach Bedarf. Z.B. bei der Ausbildungsplatzsuche, Berufsschulwahl oder Beratung des Ausbildungsbetriebes. Aber auch logopädische, psychologische oder sozialpädagogische Begleitung kann organisiert werden.

Berufsbildungswerke (BBW) dienen der Erstausbildung und Berufsvorbereitung behinderter junger Menschen. Das 1991 gegründete Berufsbildungswerk Leipzig für Hör- und Sprachgeschädigte gGmbH ist eines der modernsten von 52 BBW in Deutschland. Über 600 Jugendliche absolvieren im BBW Leipzig eine anerkannte Berufsausbildung oder bereiten sich darauf vor. Seit 1991 ist das BBW Leipzig kompetenter Partner der Bundesagentur für Arbeit in der beruflichen Rehabilitation.

Das Berufsbildungswerk Leipzig für Hör- und Sprachgeschädigte ist Mitglied der Qualitätsgemeinschaft der sieben Berufsbildungswerke für Hör- und Sprachgeschädigte. Ihr gehören auch die Berufsbildungswerke in Bigge, Husum, München, Neuwied, Nürnberg und Winnenden an. Ziel ist die erfolgreiche Integration hörgeschädigter Jugendlicher in den ersten Arbeitsmarkt. 2008 hat eine unabhängige Zertifizierung die Qualität der sieben Berufsbildungswerke bei der Ausbildung hörgeschädigter Jugendlicher bestätigt.