Wie geht es weiter mit Opel? Über diese Frage wird am Mittwochabend bei einem
Spitzentreffen im Bundeskanzleramt in Berlin beraten. Regierungssprecher
korrigierten Erwartungen auf eine sofortige Entscheidung.

Auf dem Tisch liegen die Konzepte von drei Interessenten: des
kanadisch-österreichischen Zulieferers Magna, der italienischen Firma Fiat und
des US-Finanzinvestors Ripplewood.

Unter der Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel wird sich eine Ministerrunde
intensiv mit den Angeboten beschäftigen. Die Gespräche werden zusammen mit
Spitzenvertreter der Bundesländer geführt, in denen sich Werke der deutschen
GM-Tochter Opel befinden.

Es geht um das zukunftsfähigste Konzept, das möglichst viele Standorte und
Arbeitsplätze erhält. Freilich gilt auch weiterhin: Nicht die Bundesregierung
trifft das letzte Wort. Das wird in den USA gesprochen.

Regierungssprecher dämpfen Erwartungen

Die Bundesregierung rechnet noch nicht mit einer Entscheidung, aber mit
Ergebnissen. "Ich erwarte keine Festlegung auf nur einen Investor" erklärte
Regierungssprecher Ulrich Wilhelm vor den Beratungen im Kanzleramt. Im Interesse
von Opel wie auch der Steuerzahler liege es vielmehr, dass Verhandlungen im
Wettbewerb mehrerer Interessenten geführt werden. Ziel sei es "von allen
Beteiligten ein größtmögliches Maß an Sicherheit" für die vorübergehende
Finanzierung von Opel vom Mutterkonzern General Motors zu bekommen.

Auch der Stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg lehnte vor der Presse
eine Festlegung bereits im Vorfeld ab. "Ob es heute zu einer Reihenfolge, einem
Ranking kommt, will ich lieber offenlassen", sagte Steg. Er rechnete aber auch
nicht mit einem ergebnislosen Treffen. Das gelte vor allem mit Blick auf die so
genannte Treuhandlösung für Opel und einem damit verbundenen Überbrückungskredit,
fügte er hinzu.

Die Entscheidung, dass GM der Adam Opel GmbH jetzt alle europäischen GM-Einheiten
und Patente übertragen habe, wertete Steg als "erfreulichen Fortschritt". Für das
Ergebnis des Berliner Treffen werde auch eine Zusage des US-Finanzministeriums zu
einem Treuhandmodell entscheidend sein.

Auch China im Rennen

Zu den Kontakten mit dem vierten Interessenten, dem chinesischen Autoproduzenten
BAIC (Beijing Automotive Industrie Corp.), war zu erfahren, dass er mit seinem
Konzept für das heutige Spitzenreffen zu spät gekommen sei. Das Angebot werde
aber in den nächsten Tagen berücksichtigt.

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