Schnellster Computer Europas am Start

Di, 05/26/2009 - 15:50

Unfassbar: Jugene Europas schnellster Rechner schafft eine Billiarde (als Zahl:
1.000.000.000.000.000) Rechenoperationen in nur einer einzigen Sekunde. Ab heute
wird er viele wissenschaftliche Arbeiten im Forschungszentrum Jülich
beschleunigen. Insbesondere komplexe Simulationen sind damit möglich, mit denen
sich etwa Auswirkungen des Klimawandels vorhersagen lassen.

An schnelle Rechner mit Mega- oder Gigabytes haben sich Computernutzerinnen und
nutzer längst gewöhnt. Aber ein Rechner, der eine Billiarde Rechenoperationen in
einer Sekunde schafft, ist etwas Unvorstellbares. Jugene, der neue Superrechner
macht es möglich. Er schafft diese unüberschaubare Menge an Rechenoperationen,
die Fachleute sprechen von einem Petaflop in der Sekunde.

Eine Größenordnung, die sich durch einen Vergleich verdeutlichen lässt: Um diese
Leistung mit Menschen zu erreichen, müssten alle sieben Milliarden Erdenbürger in
der Sekunde 150.000 Rechenoperationen ausführen. Allerdings ist Jugene auch etwas
größer als der heimische PC. Die rund 72.000 Prozessoren des neuen Supercomputers
finden in 72 wassergekühlten Schränken Platz.

Attraktiver Forschungsstandort

"Durch die Installation dieses Supercomputers in Jülich wird der
Forschungsstandort Deutschland für Spitzenforscher aus aller Welt noch
attraktiver", ist Bundesforschungsministerin Annette Schavan überzeugt.

Das Bundesforschungsministerium und die Länder Nordrhein-Westfalen,
Baden-Württemberg und Bayern finanzieren den schrittweisen Ausbau von
Höchstleistungsrechnern in Deutschland. Bis zum Jahr 2015 stellen sie dafür
insgesamt bis zu 400 Millionen Euro bereit.

Besonders hohe Anforderungen an die Schnelligkeit von Computern hat die
Wissenschaft bei der Simulation sehr komplizierter Situationen. Das ist unter
anderem bei der Klimaforschung sehr wichtig. Hier müssen unzählige Aspekte
gleichzeitig berücksichtigt werden. Zum Beispiel, wenn beurteilt werden soll, wie
sich eine Temperatursteigerung von einem Grad Celsius auf das Leben auswirken
würde.

Bisher ungelöste Fragen der Grundlagenforschung wird der Supercomputer zu lösen
helfen. Wie entstand das Leben auf der Erde? Wie wirken sich genetische Defekte
aus? Wie ist unsere Materie aufgebaut und wie sind elementarphysikalische
Phänomene zu erklären?

Auch wichtig für die Wirtschaft

Andere Anwendungsfelder sind für die Wirtschaft wichtig. Dabei geht es um Fragen,
wie neue Halbleiter funktionieren oder wie Brennstoffzellen zu verbessern sind.

Schavan erläuterte: "Computersimulationen liefern der modernen Wissenschaft
häufig den entscheidenden Wissensvorsprung und sind für innovative
Wirtschaftsbereiche ein wichtiger Wettbewerbsvorteil."

Die Zeit bis zur Produktreife kann so abgekürzt und wertvolle Ressourcen wie
Material und Energie können geschont werden. Höchstleistungsrechnen hat daher
auch in der Hightech-Strategie der Bundesregierung eine große Bedeutung.

Nur zwei Computer in den USA sind noch etwas schneller. Es sind der "Roadrunner"
und "Jaguar" des US-Energieministeriums.

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